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Newsletter · Ausgabe #14 · Kostenlos
NEU·ERFUNDEN
KI für Frauen, die sich neu erfinden · 8. Juni 2026
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Letzte Woche haben wir unser E-Mail-Postfach aufgeräumt. Diese Woche rückt ChatGPT in den Mittelpunkt, aber der Fokus dreht sich: rein ins Schreiben.
Kennst du das? Du möchtest einer Nachbarin absagen, einem Arzt eine unbequeme Frage stellen, einer Behörde höflich aber klar widersprechen. Du weißt, was du sagen willst. Aber wie du es aufschreiben sollst, ohne verletzend oder zu weich zu klingen, das kostet dich eine halbe Stunde und dreimal Löschen. ChatGPT kann das mit dir zusammen in drei Minuten erledigen. Nicht statt dir. Mit dir.
Ich nutze es fast täglich. Für Texte, bei denen ich den richtigen Ton suche.
— Daniela Twardy
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01 KI-Tool der Woche
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ChatGPT · dein Schreibpartner für schwierige Texte
Kostenlos · auf Deutsch · kein Download nötig
ChatGPT kennen wir schon: als Assistent, der Fragen beantwortet, Rezepte kennt, beim Einkaufszettel hilft. Aber eine Funktion wird selten erwähnt, die ich für eine der nützlichsten halte: Texte auf den richtigen Ton bringen.
Du schreibst einen Rohentwurf, so wie er dir gerade aus dem Kopf kommt. Dann gibst du ihn ChatGPT mit einer kurzen Anweisung. ChatGPT formuliert ihn um. Du liest, passt an, fertig.
Das klingt banal, ist es aber nicht. Der Unterschied zwischen einer E-Mail, die defensiv klingt, und einer, die klar aber freundlich ist, liegt häufig in fünf Wörtern. ChatGPT findet diese fünf Wörter schneller als wir, weil es keinen emotionalen Bezug zur Situation hat. Es liest nur den Text.
Für welche Texte funktioniert das besonders gut:
- Absagen (Einladungen, Anfragen, Termine)
- Beschwerden an Firmen oder Behörden
- Nachrichten in Konfliktsituationen
- Offizielle Briefe, bei denen du den richtigen Ton suchst
- Dankesnachrichten, die nicht nach Standardfloskeln klingen sollen
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💡 Mein Beispiel: Ich musste letzten Monat einer Handwerksfirma schreiben, die eine Rechnung gestellt hatte, die ich für falsch hielt. Ich kannte den Betrag, wusste die Argumentation. Aber jedes Mal, wenn ich es aufschrieb, klang es entweder aggressiv oder zu zag. Ich habe meinen Rohentwurf in ChatGPT eingegeben und geschrieben: „Schreib das höflich um, aber ohne die Kernaussage zu entschärfen.“ Beim zweiten Versuch war der Brief fertig. Den habe ich fast unverändert abgeschickt.
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02 Sofort-Tipp
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Deine erste eigene Absage · in 5 Minuten fertig
Du brauchst einen Text, bei dem du lange nach dem richtigen Ton suchst. Vielleicht eine Absage für eine Einladung, vielleicht eine Antwort auf eine unbequeme Anfrage. Öffne chatgpt.com im Browser. Kein Konto nötig für den Einstieg.
Schritt 1 · Rohentwurf schreiben:
Schreib deinen Text zuerst selbst auf, ohne zu überlegen, ob er gut klingt. Alles raus, was du sagen willst. Das ist der Rohtext.
Schritt 2 · ChatGPT die Aufgabe geben:
Tippe in ChatGPT zum Beispiel:
„Ich möchte einer Freundin absagen, die mich zu einer Geburtstagsfeier eingeladen hat. Hier ist mein Rohentwurf: [dein Text]. Schreib das warmherzig um, aber ehrlich.“
Oder bei einer Beschwerde:
„Ich möchte mich bei einem Unternehmen über eine fehlerhafte Lieferung beschweren. Hier mein Text: [dein Text]. Mach ihn klar und bestimmt, aber nicht aggressiv.“
Schritt 3 · Anpassen und senden:
Lies den Vorschlag. Wenn ein Satz nicht zu dir passt, schreib: „Den zweiten Absatz bitte persönlicher formulieren.“ ChatGPT ändert nur das. So lange, bis der Text sich richtig anfühlt.
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⚠️ Wichtig: Schreib keine vertraulichen Informationen in ChatGPT, die wirklich niemand sonst lesen sollte: Kontonummern, medizinische Details, Passwörter. Für persönliche Briefe und Alltagstexte ist es aber bedenkenlos.
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03 KI-News der Woche
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Wer zu viel delegiert, denkt weniger selbst · was eine neue Studie zeigt
Eine Studie aus Mai 2026 hat gemessen, was passiert, wenn Menschen KI regelmäßig für Denkaufgaben nutzen: schon nach zehn bis fünfzehn Minuten KI-Einsatz sinkt die eigene Problemlösefähigkeit messbar. Forscher nennen das „De-Skilling“. Auf Deutsch: ein schleichender Kompetenzverlust durch zu starkes Vertrauen in automatisierte Systeme.
Das klingt alarmierend. Und es ist ein Grund, genau hinzuschauen. Die Studie sagt nicht, dass KI schadet. Sie sagt, dass zu viel Delegation schadet. Der Unterschied, den ich mache: KI hilft mir beim Formulieren, nicht beim Denken. Die Entscheidung, was ich schreiben will, treffe ich selbst. Ich benutze KI wie ein Wörterbuch, das besser formuliert als ich. Nicht wie einen Assistenten, der für mich entscheidet.
Das ist ein Unterschied, den es sich lohnt, im Kopf zu behalten. Besonders, wenn man gerade erst anfängt, mit KI zu arbeiten.
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„Das Werkzeug macht den Meister nicht. Aber der Meister, der sein Werkzeug kennt, kommt weiter.“
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Bis nächsten Montag · Daniela
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